Generationengerechtigkeit – Politik für jung and alt!

Viel zu oft werden die unterschiedlichen Generationen gegeneinander ausgespielt. In der Rentendiskussion, zum Thema Pflege und in vielen anderen Bereichen. Dabei ist der Grundpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft der Zusammenhalt der Generationen. Beide brauchen aneinander. Die junge Generation braucht die Erfahrung der Älteren um bspw. Fehler aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen aber auch damit diese Erfahrung weitergegeben werden kann. Wenn diese Erfahrung nicht weitergegeben wird, ist sie nutzlos. Deshalb braucht auch die ältere Generation die Jüngeren in der Gesellschaft. Daher müssen in der Gemeindepolitik die Jugendpolitik und die Seniorenpolitik gleichermaßen ernsthaft betrieben werden.

Seniorenpolitik darf sich nicht isoliert auf die Bedürfnisse der Zielgruppe der über 60-jährigen beschränken. Um den Zusammenhalt der Generationen zu fördern, sind generationenübergreifende Projekte wie z. B. die Mitarbeit von Senioren in Vorschuleinrichtungen oder bei der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen einzurichten. Aber auch Mehrgenerationenhäuser sind Anlaufstellen für Jung und Alt. Hier können Erfahrungen weitergegeben und neue Erkenntnisse vermittelt werden. Menschen verschiedener Generationen können so voneinander lernen. Sie können dörfliche Begegnungsstätten sein, in denen viele Aktivitäten wie Vereinsarbeit, familienunterstützende Dienstleistungen, Bildung und Beratung oder einfach nur Dorfgespräche möglich sein sollen.

Zusammen sind wir stark! Dafür stehe ich!

Seniorinnen und Senioren

Nicht nur in den sozialen Sicherungssystemen ist die demokratische Entwicklung eine wichtige Herausforderung. Auch in den Gemeinden oder vielleicht gerade dort, weil dort das Leben stattfindet und ältere Menschen weiterleben wollen, ist diese Frage besonders wichtig. Die Zahl der älteren Menschen ist größer geworden, doch die Infrastruktur der Gemeinde entwickelt sich in eine Richtung, die dieser Entwicklung nicht gerecht wird.

Dass es mehr ältere Menschen gibt, hängt zum großen Teil mit dem medizinischen Fortschritt aber auch mit der Verbesserung der Lebensbedingungen zusammen. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung. Doch wichtig ist, dass Menschen im Alter so lange wie möglich in Ihren vier Wänden, weitestgehend unabhängig bleiben und sich weiterhin am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben beteiligen können. Dafür müssen wir die Bedingungen schaffen die es den „aktiven Alten“ erlauben, ihre Wünsche und Möglichkeiten zur Teilnahme und Teilhabe am Leben im Ort (bürgerschaftliches Engagement, Einbringen von Kompetenz und Erfahrung im familiären und außerfamiliären Umfeld…) zu entfalten, mit anderen Worten ein „aktives Altern“ zu verwirklichen.

Die Menschen brauchen vor Ort Rahmenbedingungen für eine aktive Gestaltung ihres Lebens auch im Alter. Die Kommune ist der Ort, wo aktives Alter und Generationensolidarität erlebt und gestaltet werden kann. Gerade im höheren Lebensalter werden die Kommunen mehr und mehr zum Lebensmittelpunkt der Menschen.

Was ich also tun möchte:

Erstes Ziel muss es sein, jedem älteren Menschen einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen.

  • Die örtlichen Angebote der Grundversorgung müssen erhalten und wo nicht mehr vorhanden, neu organisiert werden. Die derzeitige Entwicklung geht offensichtlich in Richtung Zentralisierung in Gersheim-Mitte. Mittlerweile besitzt kein einziger Ort einen eigenen Dorfladen mehr. Die Deutsche Post und die Banken haben sich auch aus fast allen Ortsteilen zurückgezogen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass ältere Menschen ohne große Mühe Ihre Einkäufe, Behördengänge oder Bankgeschäfte erledigen können. Ich will darüber hinaus weitere vielversprechende Modelle wie Fahrdienste zum Einkaufen bspw. mit sozialen Trägern zusammen oder ein von der Gemeinde koordiniertes Netzwerk von Jüngeren, die bereit wären, Ältere zum Einkaufen mitzunehmen, erproben.
  • Die Erreichbarkeit zentraler Angebote in Gersheim-Mitte muss durch einen leistungsfähigen ÖPNV einschließlich Anrufsammeltaxi (AST) gesichert werden. Ich verpflichte mich deutlich bessere Hilfestellungen zu den Verkehrsmöglichkeiten zu geben, als es bisher der Fall ist. Das Angebot des AST ist beispielsweise viel zu wenig bekannt. Ähnlich wie in anderen Gemeinden des Saarlandes möchte ich das Projekt „Bürgerbus“ ins Leben rufen um auch innerhalb der Gemeinde unkompliziert eine solche Mobilität zu ermöglichen.
  • Für weniger mobile Bürgerinnen und Bürger, die auch nicht mehr alle häuslichen Verrichtungen selbst erledigen können, will ich ein Netzwerk häuslicher Dienstleistungsangebote mit örtlichen Ansprechpartnern schaffen. Dabei soll vor allem auf bestehende Einrichtungen aber auch auf Freiwillige zurückgegriffen werden.
  • In punkto „Wohnen“ sind neben einer seniorengerechten Wohnraumanpassung im häuslichen Bereich auch alternative Wohnformen für die ältere Generation zu entwickeln bzw. deren Umsetzung zu fördern. Dabei ist an Mehrgenerationenwohnungen oder auch Mehrgenerationenhäuser zu denken, in denen noch zusätzlich Serviceangebote erbracht werden. Die Schaffung alternativer Wohnformen ist auch mit dem Ziel, Leerstände in den Dorfkernen zu vermeiden oder zu beseitigen, zu verknüpfen. Dazu will ich in der Verwaltung eine Stelle für Leerstandsmanagement einrichten.
  • Der Gang zum Rathaus ist für viele Seniorinnen und Senioren, die nicht mehr vollständig beweglich sind, äußerst schwierig. Die Mobilität ist oft eingeschränkt. Ich freue mich, dass mein Vorschlag ein mobiles Rathaus einzurichten eingeführt wurde. Dieses Angebot möchte ich erhalten und weiter ausbauen.
  • Ich möchte mich für die Einführung eines Projektes „Rädern zum Essen“ einsetzen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Konzept „Essen auf Rädern“ bei dem Menschen zuhause mit Mahlzeiten versorgt werden, möchte diese Menschen zusammenbringen und dort ein gemeinsames Mittagessen in der Gemeinschaft sicherstellen. Denn im hohen Alter sind soziale Kontakte sehr wichtig und helfen dabei, nicht zu vereinsamen.
  • Der Generationentreff in Niedergailbach ist und bleibt eine wichtige Einrichtung in der Gemeinde. Dank dem ehrenamtlichen Engagement vieler Helferinnen und Helfer wird regelmäßig ein interessantes Programm zugestellt. Ich möchte dieses Projekt weiter unterstützen und vor allem dafür sorgen, dass es in der ganzen Gemeinde angenommen wird. Dafür sind aber bspw. Fahrdienste notwendig um weniger mobilen Personen die Teilnahme zu ermöglichen. Mit den Verantwortlichen und den Betroffenen müssen wir über mögliche Lösungen sprechen.
  • In den vergangenen Jahren wurde der Präsenz der regionalen Banken stark zurückgefahren. Die SPD möchte hier das Gespräch suchen, um nochmal ein mobiles Angebot für Bankdienstleistungen nach Bedarf zu ermöglichen. Darüber hinaus soll die Wiedereinführung von Bankautomaten in den Ortsteilen an den Hauptverkehrswegen geprüft werden und mit den Banken über gemeinschaftliche Lösungen gesprochen werden.

Ältere Menschen haben zunehmend das Bedürfnis, ihre in Familie und Beruf erworbene Kompetenzen auch im dritten Lebensabschnitt durch ihr ehrenamtliches Engagement an die Gesellschaft weiterzugeben. Um eine solche Teilhabe auch in der Praxis zu ermöglichen, muss die Gemeinde Gersheim entsprechende Angebote machen und für die Umsetzung eine bürgernahe Organisation schaffen. Weiteres Ziel muss es sein, die Mitwirkung älterer Menschen im sozialen und politischen Bereich in unserer Gemeinde zu stärken. Dazu schlage ich folgende Maßnahmen vor:

  • Die Kommune, aber auch die Vereine und sonstige Organisationen suchen händeringend kompetente und engagierte Helfer. Bürger hingegen, die sich engagieren wollen, haben oft das Problem, eine für sie passende Aufgabe zu finden. Um hier Angebot und Nachfrage zusammen zu bringen, aber auch um neue Angebote zu schaffen, ist die Einrichtung einer „Freiwilligenbörse“ auf Gemeindeebene notwendig. Hierfür ist ein qualifizierter Träger zu finden, der mit der Ehrenamtsbörse auf Kreisebene und den Vereinen vor Ort zusammenarbeitet.
  • Lebenslanges Lernen ist auch im Ruhestand notwendig, um mit den täglich neuen Herausforderungen z.B. der Technik und der Medien verantwortungsvoll umgehen zu können. Deshalb will ich zusammen mit Trägern der Erwachsenenbildung bzw. mit der Volkshochschule altersspezifische Weiterbildungs- – und Qualifizierungsangebote organisieren. Sie sollten insbesondere auch Themen wie Gesundheits- und Familienberatung oder Neue Medien umfassen und sollen möglichst flächendeckend angeboten werden.

 

Ohne das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger aller Generationen ist die Umsetzung aller Projekte nicht denkbar. Dennoch will ich die Gemeindeverwaltung entsprechend umbauen aber in vielen Fällen professioneller hinzuziehen.
Zur Finanzierung dieser Projekte stehen Förderprogramme von EU, Bund und Land zur Verfügung, die wir stärker als bisher in Anspruch nehmen wollen.

Jugend

Die Kommunen sind für die Gewährung von Leistungen für Kinder, Jugendliche und deren Familien stärker gefragt denn je. Stichworte wie die ansteigenden demografischen Entwicklungen, Betreuungseinrichtungen für unsere Kinder, Ausbildung, Eingliederung und Integration sowie das Stichwort Bildung zeigen, dass der Trend – die Nachfrage an öffentliche Leistungen – sich fortsetzen wird. Um diesem Trend gerecht zu werden, braucht es viel Engagement und eine gute Infrastruktur, um Positionen und Orientierungen entwickeln zu können.

Einen wichtigen Teil der Jugendpolitik für Gersheim bildet die praktische Kinder- und Jugendarbeit in unserer Gemeinde. Primär soll sie die Selbstbestimmung und gesellschaftliche Mitverantwortung der Kinder und Jugendlichen stärken und zum sozialen Engagement motivieren. Als ich vor einigen Jahren schon diesen Weg entschieden gehen wollte und mit Hilfe des Saarpfalz-Kreises eine Jugendpflegerstelle einrichten wollte, bremste mich die CDU aus. Stattdessen wurde ein ehrenamtlicher Jugendbeauftragter installiert. Ein Konzept gibt es nach wie vor nicht. Ich stehe weiter dazu, dass auch Gersheim einen Jugendpfleger mit der entsprechenden sozialpädagogischen Ausbildung braucht. Dafür werde ich mich einsetzen.

Es ist erfreulich, dass es in der Gemeinde Gersheim noch Jugendclubs gibt. Ich selbst habe in Walsheim an der Gründung dieser Einrichtung mitgewirkt und es gibt sie heute noch. Das Engagement der Jugendlichen und die Selbstverwaltung, die Verantwortung und Entscheidungskraft erfordern, sind dabei genauso wichtig, wie die Möglichkeit einfach zu feiern und sich mit Freunden zu treffen und dies auch noch wohnortnah. Dabei darf es aber nicht sein, dass diese Einrichtungen einseitig politisch geführt werden und/oder keinerlei professionellen Betreuung erfahren. Ich unterstütze das Modell der politisch neutralen Selbstverwaltung und will diese in Gersheim fortführen und verstärken. Doch aufgrund von Fluktuationen bei den Jugendlichen aufgrund von beruflichen, familiären oder bildungstechnischen Veränderungen sind oft solche Einrichtungen in Ihrer Existenz bedroht. Ich will ständiger Partner dieser Einrichtungen werden und sie in schwierigen personellen Zeiten vor dem Aus bewahren und ggf. dort wieder reaktivieren, wo es keine mehr gibt. Dabei will ich stärker auf das Netzwerk JUZ United zurückgreifen, das vom Land und vom Kreis gefördert wird und alle selbstverwalteten Jugendeinrichtungen im Saarland vernetzt.

Kommunale Jugendpolitik kann sich aber nicht auf die Unterstützung von Jugendclubs beschränken. In der Gemeinde Gersheim stehen für Jugendlichen überhaupt keine Kultur- und Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage des Landesjugendrings bekam die Gemeinde Gersheim die Schulnote 5, wenn es um Kultur- und Freizeitmöglichkeiten geht. Mit Hilfe der Beteiligten und des neuen Gemeindejugendpflegers will ich auch hier innerhalb eines Jahres ein Konzept entwickeln, wie die Lebensqualität von Jugendlichen in der Gemeinde verbessert kann. Ein erster Ansatz ist die Schaffung eines Gemeindejugendzentrums mit Räumlichkeiten für Konzerte, Seminare, Bandproben etc., das als Netzwerkstelle für alle Jugendaktivitäten in der Gemeinde dienen kann.

Überhaupt ist eine stärkere Beteiligung und Mitbestimmung von Jugendlichen extrem wichtig. Das saarländische Kommunalselbstverwaltungsgesetz räumt Gemeinden die Möglichkeit dazu, doch in Gersheim findet diese nicht statt. Zu allen Entscheidungen zu jugendpolitischen Projekten sollen Jugendliche eingebunden werden. In welcher Form will ich direkt mit den Betroffenen besprechen und Ihnen nicht aufzwingen, wie wir zusammenarbeiten sollen.

Unsere Gemeinde beherbergt mit „Spohns Haus“ eine einmalige Einrichtung der internationalen Begegnung und der nachhaltigen Bildung. Die Finanzlage der Gemeinde hat es schwierig gemacht, diese Einrichtung gebührend zu unterstützen. Ich möchte mit dem Saarpfalz-Kreis eine tragfähige Trägerstruktur finden, die die Zukunft dieser Einrichtung sichert. Wir können diese Einrichtung viel stärker auch im Rahmen der Biosphäre Bliesgau nutzen und die Vorzüge unserer Gemeinde stärker in den Vordergrund stellen. So will ich mich dafür einsetzen, dass Touren zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Gemeinde entwickeln werden, um Schulklassen auf Wandertagen in die Gemeinde zu locken.

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