Familie und Bildung

Familienförderung

Bürgermeister Rubeck hat 2009 versprochen, Gersheim zur familienfreundlichsten Gemeinde des Saarlandes zu machen. 10 Jahre später muss ernüchternd feststellen, dass von diesem Ziel nicht viel übriggeblieben ist. Wir haben im Gemeindekindergarten mitunter die höchsten Gebühren, der Windelsack wurde abgeschafft und außer dem Label der familienfreundlichen Gastronomie sind keinerlei Projekte initiiert worden. Unter dem Label „Familienfreundliche Kommune“ des Sozialministeriums taucht Gersheim nicht einem einzigen Projekt auf.

Der Schwerpunkt meiner Familienpolitik wird vor allem bei nichtmonetären Leistungen und der Schaffung und Erhaltung eines förderlichen Lebensumfelds für Familien liegen. Ich will dafür eine familienfreundliche Infrastruktur errichten und dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Familien zu verbessern. Familienpolitik muss das Gesamtbild der Gemeinde prägen. Dazu gehört sowohl die Erziehung und Betreuung von Kindern als auch die Familienberatung und –Bildung. Ebenso sind entsprechenden Baumaßnahmen, Sonderkonditionen für Familien, Ferienprogramme, eine adäquate Verkehrsinfrastruktur, Freizeitmöglichkeiten oder gar Familieneinrichtungen Teil eines solchen Gesamtbildes.

Vernetzung und gegenseitige Unterstützung

Der Erfolg einer aktiven kommunalen Familienpolitik hängt natürlich von vielen Dingen ab.  Die wichtigsten Voraussetzungen sind jedoch der politische Wille, vom Engagement der in der Familienpolitik involvierten Personen und Verbände und dem Zusammenspiel zwischen Ehrenamtlichen, kommunaler Verwaltung und politischen Entscheidungsträgern ab. Während es in mehreren Gemeinden im Saarland bereits sog. „Bündnisse für Familie“ gibt, hängt die Gemeinde Gersheim hinter her. Ich will mich dafür einsetzen und aus der Initiative der Gemeinde heraus ein solches Bündnis auf den Weg bringen.

Denn ich will nicht Familienpolitik allein mit Gemeinderat und der Verwaltung gestalten und ausführen. Ich will Verbände, Kirchen, Initiativen, Vereinigungen und einzelne Personen, die sich in der Gemeinde für Familien engagieren, einbinden. Auch deren Entscheidungen und Angebote wirken sich unmittelbar auf das Lebensumfeld der Familien in der Gemeinde aus.

Kinder- und Familienfreundlichkeit bedeutet für mich aber vor allem, dass Familien – also die direkt betroffenen – an der Gestaltung von Familienpolitik mitwirken und Einfluss darauf haben, den Begriff “Familienfreundlichkeit” für Gersheim zu konkretisieren. Dabei will ich sie als Expertinnen und Experten zu kinder- und familienpolitischen Themen und Planungen einbeziehen. Sie haben die umfassendste Erfahrung damit, wie sich das Leben als Familie in der Gemeinde gestaltet.

Als Kontaktstelle will ich in der Verwaltung einen „Familienlotsen“ einrichten. Dort sollen alle familienpolitischen relevanten Zuständigkeiten gebündelt. Dies bedeutet für Familien und ehrenamtlich Tätige, die sich für die Belange von Familien engagieren, dass sie feste Ansprechpartner haben, die gegebenenfalls ihre Anliegen und Interessen an andere Stellen weiterleiten. Der Familienlotse soll werdende Eltern beraten können, Angebote bewerben und auch nach der Geburt junge Familien unterstützen. In diesem Zusammenhang soll ein „echtes“ Begrüßungsangebot für neue Erdenbürger geschaffen werden, die beispielsweise aus einer Familienkarten fürs Freibad, Gutscheine für das Gemeindefamilienfest oder Freigetränke bei einer Gaststätte aus dem Netzwerk Familienfreundliche Gastronomie in Gersheim beinhalten. Ich möchte auch erreichen, dass ein Familienführer Familien von der Schwangerschaft bis zur Volljährigkeit alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellt.

Mein langfristiges Ziel ist es Treffpunkte für Familien zu schaffen, die dazu einladen, Kontakte zu knüpfen und sich über die Situation mit Kindern auszutauschen um sich gegenseitig helfen zu können. Beispielsweise könnte dies zusammen mit meinem Vorhaben eines Jugendbegegnungszentrum errichtet werden.

Um diese Vernetzung einmal im Jahr auf den Höhepunkt zu bringen, wird unter meiner Führung die Gemeinde ein Familientag in Leben rufen.

Einführung eines Familienpasses

Als weitere Initiative sehe ich die Einführung eines so genannten „Familien-Passes“ für Familien mit mehr als einem Kind vor, wie er bereits in einigen Kommunen außerhalb des Saarlandes vergeben wird.

Der Familienpass sieht eine Reihe von Leistungen und Förderungen vor, wie etwa ermäßigte Eintrittspreise für kulturelle Anlässe, ermäßigte Kursgebühren bei Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, Gebührenbefreiung bei der Erstellung von Kinderausweisen, Zuschüsse zu Klassenfahrten und für den internationalen Schüleraustausch sowie die ermäßigte Nutzung öffentlicher Einrichtungen (wie z.B. Schwimmbäder).

Familienpolitik ist Querschnittsaufgabe

Familienfreundlichkeit auf kommunaler Ebene bedeutet vor allem, Familien an Planungen und Entscheidungen zu beteiligen und ihren Kontaktmöglichkeiten anzubieten. Beide Angebote will ich dauerhaft zur Verfügung stellen.

Kindertagesstätten

Zwar befindet sich in unserer Gemeinde von insgesamt 6 Kindertagesstätten nur eine in der Trägerschaft der Gemeinde, jedoch ist eine Koordinierung der verschiedenen Einrichtungen und Träger abdingbar. Die Schließtage von Kitas zu verschiedenen Gelegenheiten sind völlig nachvollziehbar, stellen Eltern jedoch oft vor großen Herausforderungen. So möchte ich, dass unsere Kitas, unabhängig von ihrem Träger, sich besser vernetzen, pädagogische Konzepte austauschen, Schließzeiten untereinander abstimmen und sich ggf. bei Härtefällen unterstützen können.

Beim Gemeindekindergarten in Peppenkum möchte ich, nicht zuletzt danke dem Gute-Kita-Gesetz, die Gebührenspirale stoppen. Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht und kein Gesetzt verpflichtet die Gemeinde den vollen Elternbeitrag zu verlangen und die Gebühren 2 Mal im Jahr zu erhöhen. Kitas leisten einen großartigen Beitrag zur frühkindlichen Bildung und eröffnen Zukunftschancen für Kinder, helfen Ihnen Defizite aufzuarbeiten und bereiten die Kinder auf die Schule vor. Obwohl nur ein Kindergarten sich in Trägerschaft der Gemeinde befindet, gehören die Gebäude von 3 Kitas in katholischer Trägerschaft mittlerweile der Gemeinde. Es ist also unsere Aufgabe in diese Gebäude zu investieren. Der schleichende Rückzug kirchlicher Träger aus dem Betrieb von Kindergärten müssen im Blick behalten und zur Not gut vorbereitet sein.

Schulen

In Gersheim gibt es heute zwei stabile Grundschulen in Reinheim und Medelsheim. Die Anforderungen an die Gemeinde als Schulträger sind in den letzten Jahren gestiegen. Moderne Gebäude, digitale Infrastruktur und ein verlässliches Angebot an Nachmittagsbetreuung dürfen die Eltern erwarten.

Ich sehe mich als Anwalt der Grundschulen: in der Rolle als Schulträger möchte ich den Grundschulen helfen, alltägliche Probleme in den Griff zu kriegen. Sowohl in Bezug auf das Thema Digitalisierung als auch mit Blick auf den in die kommenden Jahren noch umzusetzenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung möchte ich vermitteln, helfen und mich stark machen, dass wir weiterhin gute Schulen haben. Wenn Schulen aus Kostengründen keinen Anrufbeantworter bekommen oder von Eltern Geld für Kopien eingesammelt werden muss, oder die Grundschule in Reinheim Ihre Partnerschaft nicht pflegen kann, weil die Gemeinde den Bus nicht bezahlen kann, dann läuft aus meiner Sicht etwas falsch.

Mit der Gemeinschaftsschule haben wir jetzt auch eine Schule, die einen Weg bis zum Abitur aufzeigt. Durch meine guten Kontakte zum Kreis, will ich gerne mithelfen, die Schule als weiterhin gefragten Schulstandort zu erhalten. Dazu gehört eine moderne Infrastruktur: wie z.B. ein ordentliches Sportgelände samt Halle. Durch den Rückzug des Sportvereins Gersheim entsteht hier eine Lücke. Mit Theophil Gallo bin ich bereits jetzt in den Dialog getreten um eine Lösung für die Sportanlage an der Gemeinschaftsschule zu finden.

Ich möchte, dass für alle Kinder digitale Kompetenzen so selbstverständlich werden wie rechnen und schreiben. Damit alle Kinder gut auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereitet werden, müssen wir Geld in die Hand nehmen, um in die digitale Ausstattung unserer Schulen zu investieren: in schnelles Internet, WLAN, Tablets, Klassenraumausstattung und Schulungen der Lehrkräfte. Der Digitalpakt steht nun endlich. Ab Sommer 2019 unterstützt der Bund Länder und Gemeinden mit 5 Milliarden Euro in den nächsten 5 Jahren. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch im Vermittlungsausschuss auf eine für den Digitalpakt nötige Grundgesetzänderung verständigt. Für das Saarland bedeutet das eine Unterstützung von knapp 60 Millionen Euro. Damit können unsere beiden Grundschulen und die Gemeinschaftsschule in Gersheim. Mit meinem Fachwissen will ich die digitale Revolution in unseren Schulen mitgestalten.

Dabei gilt es, die entsprechenden Möglichkeiten für die Nachmittagsbetreuung zu schaffen bzw. auszubauen und die Gebäude in einem derartigen guten baulichen Zustand zu erhalten, dass sich Lehrpersonal, Kinder und Eltern darin wohl fühlen. Ich stehe zum dem Konzept der „echten“ Ganztagsschule nach Rheinland-Pfälzischem Modell. Das jetzige Modell ist ein reines Betreuungssystem für Kinder. Die Zeit am Nachmittag muss pädagogisch sinnvoll genutzt werden und dafür sorgen, dass einzelne Schwächen und Stärken der Kinder bessere Beachtung finden. Daher werde ich mich als Bürgermeister dafür einsetzen, dieses Modell einer echten Ganztagsschule zu fördern und damit erreichen, dass Familie und Beruf vereinbar bleiben oder werden und die Kinder noch besser gefördert werden können.

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